Aachen, 04. September 2015

Über 4 Millionen Hungernde im Südsudan

MISEREOR weist auf die anhaltende humanitäre Notsituation hin und ruft zu Spenden auf

(Aachen, 04. September 2015) Im Südsudan sind noch immer über vier Millionen Menschen von Hunger bedroht. Etwa zwei Millionen sind auf der Flucht und auf Unterstützung angewiesen. MISEREOR leistet Not- und Aufbauhilfe und ruft die Konfliktparteien auf, sich ernsthaft um Frieden zu bemühen. Diese Woche trat eine weitere Waffenruhe in Kraft. Die Aussicht auf nachhaltigen Frieden bleibt hingegen düster. Eine nachhaltige Lösung des Konflikts ist unabdingbar, um die dramatischen humanitären Folgen in den Griff zu bekommen.

Zurzeit leidet rund ein Drittel der Bevölkerung im Südsudan an Hunger und ist auf internationale Hilfe angewiesen. Die Vereinten Nationen sprechen von der "aktuell schlimmsten Hungerkatastrophe der Welt". Im Zuge des Gewaltkonfliktes zwischen regierungstreuen Truppen und Rebellen wurden rund 2,2 Million Südsudanesen vertrieben. "Die aktuelle Situation ist untragbar. Es fehlt an Nahrung, Flüchtlingsunterkünften und an Verantwortungsbewusstsein der Konfliktparteien", kritisiert MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel. "Vor unseren Augen ereignet sich eine Tragödie."

Nahrungshilfe für belastete Kommunen

Viele der Binnenflüchtlinge können nicht in ihre Heimatorte zurückkehren, dies stellt weniger umkämpfte Regionen vor gewaltige Probleme. "In den Gebieten, die nicht von den Kämpfen betroffen sind, reichen die angebauten Nahrungsmittel gerade einmal für die Eigenversorgung aus", erklärt Barbara Schirmel, Südsudan-Länderreferentin bei MISEREOR. Viele Bauern betrieben aufgrund der anhaltenden Kämpfe aus Angst vor Plünderungen keine Landwirtschaft mehr. MISEREOR-Partner stellten zunächst Baumaterialien für Flüchtlingsunterkünfte bereit und verteilten Zelte, Decken, Hygieneartikel und Nahrungsmittel. Nun ermöglichen sie Initiativen, die die kommunale Selbstversorgung anregen: "In der Diözese Wau erhalten demnächst 100 Familien landwirtschaftliche Schulungen und Saatgut, damit sie in Zukunft wieder genug Nahrungsmittel in Eigenanbau produzieren können", kündigt Schirmel an.

Unterstützung von Bildungsprojekten und Friedensarbeit

Um jungen Menschen langfristig eine Perspektive zu geben, unterstützt MISEREOR auch Projekte im Bildungsbereich. Die Analphabetenrate im Südsudan ist mit 79 Prozent eine der höchsten der Welt. Mehr als die Hälfte der derzeit 25.000 Lehrkräfte sind nur unzureichend ausgebildet. Partnerorganisationen bilden daher Lehrerinnen und Lehrer aus und bauen in Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung Grund- und Sekundarschulen auf. Um die Wiedereingliederung ehemaliger Kämpfer zu erleichtern, fördert MISEREOR zudem in naher Zukunft die Kommission für Frieden und Gerechtigkeit der katholischen Diözese Tombura-Yambio. Pirmin Spiegel appelliert: "Nutzen wir die Glaubwürdigkeit der Kirche vor Ort und stärken wir mit ihr den Friedensprozess." Die zivilen Friedensfachkräfte und Sozialarbeiter der Kommission unterstützen den Prozess der Aussöhnung auf kommunaler Ebene. Durch Konfliktanalyse und Frühwarnsysteme tragen sie auch zur Vorbeugung neuer Gewalt bei.

Fragile Waffenruhe

Der Wille zum Frieden muss jedoch auch auf politischer Ebene erkennbar werden. Im Dezember 2013 war der Konflikt zwischen Präsident Salva Kiir und dem ehemaligen Vizepräsidenten Riek Machar eskaliert. Massiver internationaler Druck bewog Kiir zuletzt, trotz "ernsthafter Vorbehalte" ein Friedensabkommen mit dem jetzigen Rebellenführer Machar zu unterzeichnen. Zuvor waren bereits zahlreiche Waffenruhen gebrochen worden, die Sicherheitslage bleibt angespannt. "Es ist wichtig, dass sich beide Seiten ernsthaft um ein Ende der Gewalt bemühen", fordert Pirmin Spiegel. "Dabei müssen die Belange der leidenden Zivilbevölkerung im Vordergrund stehen, die humanitäre Situation ist schon jetzt dramatisch genug."

MISEREOR bittet dringend um weitere Spenden für die Menschen im Südsudan.

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